Kegelbahnen – was passiert, wenn sie dicht gemacht werden?

Wenn in einem Restaurant ein Wirtewechsel stattfindet, so ist dies meistens auch das Aus für die Kegelbahn. Viele möchten oder können nicht mehr eine Kegelbahn pflegen und in Stand halten. Und mit dem vorhandenen Raum, den eine geschlossene Kegelbahn zurücklässt, lässt sich so einiges machen.

Das Kegeln in der Schweiz ist zwar noch nicht ausgestorben, aber hat einen immer schwerer werdenden Stand. Nicht nur, dass das Durchschnittsalter immer höher wird (als Neu-Pensionierter gehört man fast schon zur jüngeren Garde), nein, auch das Beizensterben setzt dem Kegelsport immer mehr zu. Restaurant müssen schliessen, oder die Besitzer orientieren sich neu und somit sind die Tage der vorhandenen Kegelbahn meist gezählt.

Das Schwinden der Mitgliederzahlen der grossen schweizerischen Keglerverbände kann man zwar mit Neumitgliederwerbung etwas zurückhalten, aber wenn eine Kegelbahn geschlossen wird, so kann dies einem Verband schwere Verluste verursachen. Ironischerweise werden die meisten Kegelbahnen geschlossen, weil auch die Wirte, welche über Jahrzehnte eine Kegelbahn hegten und pflegten, pensioniert werden (siehe zum Beispiel hierzu diesen Artikel: https://kegelspass.ch/seetal-verliert-ihre-schoenste-kegelbahnanlage/ )

Eine Kegelbahn kostet auch viel im Unterhalt, falls etwas an der betagten Anlage kaputt geht. Reparaturkosten von mehreren Tausend Franken können sich schnell ansammeln und da überlegt sich ein Wirt zweimal, ob sich dies noch lohnt. Auch die Pflege der Kegelbahn (Bahn putzen und neuen Wachs aufsprühen) ist nicht gratis und wenn der Wirt es nicht selbst macht, heuert er einen Helfer für diesen Job an.

Was aber passiert mit einer Kegelbahn, wenn sie nicht mehr genutzt wird? Immerhin hinterlässt die Bahn eine Fläche von ca. 50-90 m2. Neue Büroflächen sind stets willkommen, um eventuell das neue geschaffene Gewerbe richtig führen zu können. Auch als zusätzliche Bar im Restaurant kann eine Kegelbahn allemal dienen und je nach Standort und dem Ausgehverhalten der Jugendlichen sehr rentabel werden.

Früher – Heute (Schützen, Engelberg)

Weniger ehrenvoll für eine alt gediente Kegelbahn ist sicherlich die Umnutzung in einen einfachen Lagerraum oder Technikraum. Auch eine Reinigungsanlage mit vielen Waschmaschinen, oder gleich eine Wand herausreisen und Garagen für Autos erstellen, lässt einem das Keglerherz bluten.

Etwas einfallsreicher ist sicherlich die neue Nutzung als Gebetsraum für diverse Religionen, mitsamt neu eingelegtem Teppich.
Aber auch als neuen Wohnraum lässt sich eine Kegelbahn durchaus umfunktionieren. Oder aber es lässt sich nichts mehr machen und das gesamte Gebäude wird abgerissen.

Gut laufende Restaurant haben weniger Mühe, eine Kegelbahn auszulasten. So zeigt sich auch, dass bei einer Schliessung die ansässigen Klubs auf benachbarte Kegelbahnen ausweichen und somit dem neuen Wirt neue Stammkunden beschert. Denn eines ist sicher: Ein Kegelklub geht nicht nur in eine Beiz und kegelt vor sich hin. Es wird auch getrunken und gegessen und eine Klub-GV sollte auch noch irgendwo mit einem feinen Nachtessen stattfinden.

Um unser geliebtes Hobby weiter ausüben zu können, müssen wir zu den verbliebenen Kegelbahnen Sorge tragen. Besucht auch mal eine Kegelbahn ausserhalb euer näheren Umgebung und lernt somit auch gleichzeitig neue Gegenden und interessante Leute in der Schweiz kennen. Ein Tagesausflug – verbunden mit einem Dessert und einer Runde Kegeln – und der Wirt freut sich doppelt auf euren Besuch und lässt die Kegelbahn sicherlich noch ein wenig länger in Betrieb.

Wer weitere Informationen zu diesem Thema sehen oder nachlesen möchte, der kann sich die SRF-Sendung “Kegeln im WG-Zimmer” im unteren Video anschauen. Ausserdem erschienen auf tagblatt.ch ein Artikel bezüglich dem Kegelbahnen-Sterben im Kanton St. Gallen

Falls ihr Kegelbahnen kennt, die es nicht mehr gibt, so schreibt dies doch unten in die Kommentare (wenn möglich auch gleich, was aus ihnen geworden ist)! Mit genügend Vorschlägen, können wir sicherlich ein Spezial-Beitrag zusammenstellen.


Nigelnagelneu, 27.11.2015, 20:27 Uhr

Kegeln im WG-Zimmer

Das WG-Zimmer von Yvonne ist aussergewöhnlich. Die 30-Jährige wohnt nämlich in den Räumen einer alten Kegelbahn. Das Zimmer ist deshalb riesig. Einen Gemeinschaftsraum haben Yvonne und ihre Mitbewohner nicht. Das «Nigelnagelneu»-Team erschafft deshalb eine coole Lounge-Ecke für die ganze WG.


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