Toast bei Erringung eines Preises beim Preiskegeln

Serie: Der fidele Kegelbruder

Regelmässig möchten wir Zitate, Verse, Lieder und Toasts aus einer vergangen Zeit veröffentlichen, in der das Kegeln noch in aller Munde stand.
Dabei zeigt sich schnell, wie sich das Ansehen des Kegelsports im Laufe der Jahre gewandelt hat.


Fortuna ist ein launisch Ding,
Sie geizt mit ihren Gaben,
Doch schätzt nie ihre Gunst gering —
‘s ist Glück, mal Glück zu haben.

Doch eines sag’ ich grad heraus:
‘s ist wie mit allen Dingen,
Man muss das Glück, wer’s haben möcht’,
Aus eigner Kraft erringen.

Wer müssig steht und sich nicht regt,
Den hält es stets zum Narren,
Wer gähnend stets der Ruhe pflegt,
Der kann vergebens harren,

Doch wer, wie ihr, in eurem Klub
Sich übt mit Kraft und Fleisse —
Und tüchtig ist beim Kegelschub —
Ja — der erringt sich Preise —

Hei — wie die Kugel bahnwärts flitzt!
Krach! — Alle neune liegen!
Und jede weit’re Kugel sitzt, —
Ja, das ist ein Vergnügen.

Dass Übung nur den Meister macht,
Das habt ihr heut’ bewiesen, —
Darum hat euch der Sieg gelacht,
Ihr könnt den Preis geniessen.

Nun lasst euch das ‘nen Ansporn sein!
Stets rührig vorwärts schreiten,
Dann wird das Glück des Sieges fortan
Euch Kegelbrüdern auf der Bahn
Treu sein zu allen Zeiten. —

E. Froherz


Quelle

Froherz, Erich (1930): Der fidele Kegelbruder. Verlag von G. Danner, Mühlhausen i. Thür, S. 27, 28

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